Der Begriff "Private Equity" entstammt angelsächsischer Wirtschaftspraxis und wird wie viele Begriffe des Finanz- und Börsenwesens nicht übersetzt. Private Equity umschreibt allgemein die Finanzierung von Unternehmen im vor- und außerbörslichen Bereich durch "Privates Beteiligungskapital": Eine Beteiligungsgesellschaft (Private-Equity-Geber) sammelt Eigenkapital von institutionellen Investoren und privaten Anlegern ein und stellt dieses Kapital verschiedenen Unternehmen zur Verfügung. Dies ermöglicht den hiervon betroffenen Unternehmen den erforderlichen finanziellen Freiraum für z.B. Neuentwicklungen, Expansion, Umstrukturierungsmaßnahmen oder auch bei Nachfolgeregelungen.
Der überwiegende Teil aller Veräußerungen von Portfoliounternehmen erfolgt nicht über einen Börsengang, sondern durch den Verkauf an Finanzinvestoren oder durch den Zusammenschluss mit anderen Unternehmen. Private Equity finanzierte Unternehmen profitieren nicht nur von Kapitalzuflüssen, sondern auch vom Know-how, den Kontakten und der reichhaltigen Erfahrung der meist sehr erfahrenen und erfolgreichen Private-Equity-Geber, die sich z. T. sehr aktiv, z. B. über eine Beteiligung am Management, einbringen.
Die bedeutendsten Investorengruppen von Private Equity stellen Versicherungen, Pensionsfonds/-kassen, Banken, sehr vermögende Privatinvestoren, die öffentliche Hand sowie Industrieunternehmen dar. Aufgrund der hohen Mindestinvestitionssummen und den schwierigen Zugangsbeschränkungen war es bisher meist nur diesen Großinvestoren möglich, direkt in Private Equity zu investieren.
Der Einstieg von Private-Equity-Investoren hat in der Regel gestiegene Unternehmenswerte und neu geschaffene Arbeitsplätze zur Folge. Dies ergibt die Studie "Economic Consequences of Private Equity Investments on the German Stock Market" von Wissenschaftlern der Universitäten Bonn, München und Aberdeen unter 52 börsennotierten Unternehmen, bei denen Private-Equity-Investoren wenigstens 5 Prozent der Anteile erwarben. In der Mehrzahl der untersuchten Fälle entwickelten sich die Zahl der Arbeitsplätze, der Aktienkurs und das Durchschnittsgehalt der Mitarbeiter nach dem Einstieg positiv.